Elternzeit im Lebenslauf angeben: So machst du es richtig

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Die Elternzeit ist eine besondere Phase im Leben vieler Mütter und Väter. Sie ermöglicht es ihnen, sich um ihr Kind zu kümmern und eine enge Bindung aufzubauen. Doch wie wirkt sich die Elternzeit auf die berufliche Laufbahn aus? Und wie soll man sie im Lebenslauf angeben, wenn man sich nach der Babypause wieder bewerben will? In diesem Artikel erfährst du:

  • Was die Elternzeit ist und welche Rechte und Pflichten sie mit sich bringt
  • Warum die Elternzeit im Lebenslauf nicht verschwiegen werden sollte
  • Wie und wo du die Elternzeit im Lebenslauf richtig angibst
  • Welche Tipps und Tricks es gibt, um die Elternzeit positiv darzustellen
  • Welche Beispiele und Muster es für die Elternzeit im Lebenslauf gibt

Was ist die Elternzeit?

Die Elternzeit ist eine gesetzlich geregelte Auszeit vom Beruf, die Mütter und Väter nach der Geburt oder Adoption eines Kindes in Anspruch nehmen können. Die Elternzeit dient dazu, dem Kind eine intensive Betreuung und Erziehung zu ermöglichen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern.

Die wichtigsten Fakten zur Elternzeit sind:

  • Die Elternzeit kann pro Kind bis zu drei Jahre dauern. Davon können bis zu 24 Monate zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes genommen werden.
  • Die Elternzeit kann von beiden Elternteilen gemeinsam oder getrennt genommen werden. Dabei können sie auch gleichzeitig oder abwechselnd in Elternzeit gehen.
  • Die Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber schriftlich beantragt werden. Dabei muss man für die ersten zwei Jahre festlegen, wie lange man in Elternzeit gehen will.
  • Während der Elternzeit besteht ein besonderer Kündigungsschutz. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nicht kündigen kann, außer in Ausnahmefällen.
  • Während der Elternzeit kann man bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten, entweder beim bisherigen oder bei einem anderen Arbeitgeber. Dabei muss man aber die Zustimmung des bisherigen Arbeitgebers einholen.
  • Während der Elternzeit hat man keinen Anspruch auf Lohn oder Gehalt vom Arbeitgeber. Man kann aber das sogenannte Elterngeld beantragen, das je nach Einkommen und Dauer der Elternzeit zwischen 300 und 1800 Euro pro Monat beträgt.

Warum sollte man die Elternzeit im Lebenslauf angeben?

Viele Mütter und Väter sind unsicher, ob sie die Elternzeit im Lebenslauf erwähnen sollen oder nicht. Sie befürchten, dass sie dadurch als weniger qualifiziert oder motiviert angesehen werden oder dass sie eine Lücke im Lebenslauf haben.

Doch diese Sorgen sind unbegründet. Die Elternzeit ist kein Makel im Lebenslauf, sondern eine legitime und nachvollziehbare Entscheidung für das eigene Kind. Außerdem hat die Elternzeit viele Vorteile, die man positiv hervorheben kann, wie zum Beispiel:

  • Die Elternzeit zeigt, dass man verantwortungsbewusst, organisiert und belastbar ist. Schließlich ist die Betreuung eines Kindes eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Einsatz erfordert.
  • Die Elternzeit zeigt, dass man soziale Kompetenzen hat. Schließlich lernt man in dieser Zeit viel über Kommunikation, Empathie und Konfliktlösung.
  • Die Elternzeit zeigt, dass man sich weiterentwickelt hat. Schließlich hat man in dieser Zeit neue Erfahrungen gesammelt, neue Perspektiven gewonnen und vielleicht auch neue Fähigkeiten erworben.

Deshalb sollte man die Elternzeit im Lebenslauf nicht verschweigen, sondern offen und selbstbewusst angeben. Das schafft Transparenz und Vertrauen beim Arbeitgeber und vermeidet unangenehme Nachfragen. Außerdem verhindert man so, dass Lücken im Lebenslauf entstehen, die einen negativen Eindruck hinterlassen könnten.

Wie und wo gibt man die Elternzeit im Lebenslauf an?

Die Elternzeit gehört zu den persönlichen Daten im Lebenslauf. Sie sollte daher im oberen Teil des Lebenslaufs, direkt nach den Kontaktdaten, angegeben werden. Dabei sollte man folgende Punkte beachten:

  • Die Elternzeit sollte chronologisch in den Lebenslauf eingefügt werden. Das bedeutet, dass sie zwischen den beruflichen Stationen stehen sollte, die vor und nach der Elternzeit liegen.
  • Die Elternzeit sollte kurz und knapp beschrieben werden. Das bedeutet, dass man nur den Zeitraum, die Anzahl der Kinder und gegebenenfalls die Teilzeitarbeit angeben sollte.
  • Die Elternzeit sollte positiv formuliert werden. Das bedeutet, dass man keine negativen oder entschuldigenden Worte verwenden sollte, sondern die Elternzeit als eine bewusste und sinnvolle Entscheidung darstellen sollte.

Beispiele für die Elternzeit im Lebenslauf sind:

  • 01/2022 – 12/2022: Elternzeit für zwei Kinder
  • 06/2022 – 05/2023: Elternzeit für ein Kind, parallel dazu Teilzeitarbeit (20 Stunden/Woche) als Projektmanagerin bei XY GmbH
  • 09/2022 – 08/2023: Elternzeit für ein Kind, in dieser Zeit Weiterbildung zum Online-Marketing-Manager absolviert

Wie kann man die Elternzeit positiv darstellen?

Neben der Angabe der Elternzeit im Lebenslauf gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Elternzeit positiv darzustellen und zu begründen. Dazu gehören:

  • Das Anschreiben: Im Anschreiben kann man kurz erklären, warum man sich für die Elternzeit entschieden hat und wie man diese Zeit genutzt hat. Zum Beispiel kann man erwähnen, dass man sich weitergebildet, ehrenamtlich engagiert oder ein eigenes Projekt gestartet hat. Außerdem kann man betonen, dass man sich auf die Rückkehr in den Beruf freut und motiviert ist, neue Herausforderungen anzunehmen.
  • Das Vorstellungsgespräch: Im Vorstellungsgespräch kann man noch einmal auf die Elternzeit eingehen und zeigen, welche Kompetenzen und Erfahrungen man in dieser Zeit erworben oder vertieft hat. Zum Beispiel kann man erzählen, wie man den Alltag mit dem Kind organisiert hat, wie man mit schwierigen Situationen umgegangen ist oder wie man sich fachlich auf dem Laufenden gehalten hat. Außerdem kann man Fragen zu der Betreuungssituation des Kindes beantworten und versichern, dass man zeitlich flexibel und zuverlässig ist.
  • Der Lebenslauf: Im Lebenslauf kann man neben der Angabe der Elternzeit auch andere Aktivitäten oder Qualifikationen hervorheben, die während der Elternzeit stattgefunden haben oder damit zusammenhängen. Zum Beispiel kann man unter dem Punkt “Weiterbildung” einen Kurs oder ein Zertifikat nennen, das man in dieser Zeit absolviert hat. Oder man kann unter dem Punkt “Ehrenamt” eine Tätigkeit nennen, die man in dieser Zeit ausgeübt hat. Oder man kann unter dem Punkt “Interessen” ein Hobby nennen, das mit dem Berufsfeld zu tun hat.

 

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